Die beiden Hauptbegriffe in Barths Denken sind „Erscheinung“ und „Existenz“. Von ihnen aus erschliessen sich die übrigen Schwerpunkte — auch der letzte, das Verhältnis von Vernunft und Glauben, ist kein eigenständiges Thema, sondern steht in engster Verbindung mit dem zuvor Entwickelten.
- Erscheinung
- Nicht das blosse Abbild eines dahinterliegenden Eigentlichen. Barth unterscheidet aktuelle und potentielle Erscheinung; die zweite umfasst auch das, was bei anderen Autoren als unsichtbar, als der Erscheinung sich entziehend gedacht wird. Mit der Zentralstellung des Begriffs geht eine Aufwertung der Sinnlichkeit einher.
- Existenz
- Barth stimmt den Existenzphilosophen in der Betonung der Kontingenz zu, nimmt diese aber in einen transzendent-transzendentalen Rahmen hinein. Die Verschränkung von transzendentaler Begründung und gelebter Entscheidung ist der systematische Kern.
- Wirklichkeit
- Um Wirklichkeit bemüht sich alles philosophische Denken. Indem es auf allgemeine Aussagen zielt, gerät es aber in Gegenstellung zum Konkreten, Besonderen, Individuellen — also zu dem, was man gemeinhin Wirklichkeit nennt. Diesem Streben haftet etwas Paradoxes an.
- Das Ästhetische
- Kunst und Wahrnehmung sind kein Nebenschauplatz der Erkenntnis, sondern deren Prüfstein. Über diesen Zugang ist Barth in den letzten Jahrzehnten neu gelesen worden.
- Vernunft und Glaube
- Für den Bruder Karl Barths war die Bestimmung des Verhältnisses von Philosophie und Theologie das tägliche Brot — und die Stelle, an der er weder von theologischer noch von philosophischer Seite wirklich verstanden wurde.